Vorzeitiger Winterschlaf

Liebe Zuschauer, liebe Freunde und Kollegen, aufgrund der neuesten Corona Verordnungen in Sachsen geht unser Projekt HeimaTraum in vorzeitigem Winterschlaf, wie dieser Bär hier auf dem Bild.

Deshalb wird unsere Theaterpremiere „HeimaTraum. Bautzen“ vom 25. November 2021 auf später verschoben und unsere Ausstellung „HeimaTraum“ im Thespis Zentrum vorübergehend geschlossen.

Sobald der Kultur- und Theaterbetrieb in Sachsen wieder seine Arbeit aufnehmen kann, werden auch wir aus dem Winterschaf wieder erwachen. Dann wird auch unsere Premiere stattfinden und die Ausstellung weitergehen.

Premiere HeimaTraum. Bautzen 25. November 2021

Der Theater- und Filmregisseur Georg Genoux , die Künstlerin Anastasia Tarkhanova bauen einen TheaterRaum in Bautzen, den alle Menschen Bautzens mit ihren Geschichten besuchen können und entwickeln aus diesen eine Ausstellung im Thespis Zentrum in Bautzen.

Auf der Basis dieser Geschichten der Ausstellung inszenieren die Theatermacher mit diesen Menschen mehrere Theatervorstellungen, die am Deutsch Sorbischen – Volkstheater aufgeführt werden.

UreinwohnerInnen Bautzens und ihre Gäste aus vielen Teilen dieser Erde werden gemeinsam mit ihren Geschichten auf der Bühne zu stehen.

Seit vier Jahren reisen Georg Genoux und Anastasia Tarkhanova mit dem Projekt „Das Land, das ich nicht kenne“ quer durch Sachsen und machen Theaterprojekte, um selbst mit Menschen in Dialog zu kommen und Menschen in einen Dialog zu bringen, die sonst nie miteinander sprechen würden.

Erste Premiere am 25. November 2021 um 19.30 Uhr im Burgtheater des Deutsch – Sorbischen Volkstheaters in Bautzen.

Ein Projekt des Thespis Zentrums, des soziotheatralen Zentrums des Deutsch – Sorbischen Volkstheaters in Bautzen.

Träger des Sächsischen Integrationspreises 2020

HeimaTraum. Ausstellungseröffnung am 14. November 2021 am Thespis Zentrum in Bautzen


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Der Regisseur Georg Genoux und die Künstlerin Anastasia Tarkhanova entwickeln mit Menschen aus Bautzen einen Raum, der ihnen Heimat geben bzw. wiedergeben soll.
Sie bauen einen TheaterRaum im Zentrum von Bautzen, den alle Menschen Bautzens mit ihren Geschichten besuchen können.

Jeder Mensch kann mit SEINEM BAUTZEN an der Ausstellung teilnehmen

Uns gefällt dabei eine Analogie mit Zimmerpflanzen. Eine große und wilde Pflanze bekommt ein neues und vollständig anderes Leben in einem neuen Raum. Und sie gibt den Menschen, die dort wohnen, zum Leben wichtigen Sauerstoff. Sie erhält eine lebendige Natur auch in den kleinen und persönlichen Räumen im Kontrast zur Welt oder dem Kosmos. So entsteht ein winziges Ökosystem als Teil eines Ganzen. 

Und wir versuchen genau das selbe, aber in etwas abstrakten Weise mit dem Begriff der Heimat. Heimat für die Seele, dessen Gefühl nicht nur viele Migranten, die aus allen Teilen der Erde zu uns kamen, sondern auch viele Bewohner von Bautzen oder Sachsen verloren haben. 

In unserer Bezeichnung HeimaTraum spielen wir mit zwei Begriffen: Das ist die Heimat im Format eines sehr persönlichen und biographischen Theaterraums die sich die teilnehmenden Bürger während der Arbeit an der Ausstellung schaffen, sowie einer ständig sich transformierenden Ausstellung im Thespis Zentrum. Aber gleichzeitig auch eine Traumheimat, eine ideale Welt, in der man spielen kann: Eine Welt, man durch kollektive Phantasie erschaffen kann und in der man mit der Hilfe der Instrumente des Theaters versuchen kann zu leben. Genau dieses bieten wir den Menschen in Sachsen an, von denen viele sich mit ihren jetzigen Lebensraum in keiner Weise identifizieren, geschweige denn es mit den Begriff mit Heimat assoziieren können. Wir bieten ihnen an, durch ihre Geschichten eine Heimat zu bauen, in der sie wirklich leben wollen. An der sie wirklich teilnehmen wollen, die sie durch Theater bauen und so von Grund auf neu schaffen.

Weitere Öffnungszeiten:

Jeden Montag und Mittwoch im November von 17.00 – 20.00 in Anwesenheit von Ausstellungsautoren und während den regulären Öffnungszeiten des Thespis Zentrums.

Mehr Informationen über das Projekt: (Auf Homepage von Thespis Zentrum)

Thespis Zentrum Bautzen

Soziotheatrales Zentrum des Deutsch – Sorbischen Volkstheaters in Bautzen.

Goschwitzstraße 30 

02625 Bautzen

Kontakt:Telefon: +49 3591 3818352  

E-Mail: kontakt@thespis-zentrum.de 

HeimaTraum. Bautzen. Neues Projekt von Georg Genoux und Anastasia Tarkhanova am Thespis Zentrum in Bautzen.

Der Theater- und Filmregisseur Georg Genoux, die Künstlerin Anastasia Tarkhanova bauen einen TheaterRaum in Bautzen, den alle Menschen Bautzens mit ihren Geschichten besuchen können.

Auf der Basis dieser Geschichten entwickeln die Theatermacher mit diesen Menschen mehrere Theatervorstellungen, die am Deutsch Sorbischen – Volkstheater aufgeführt werden.

UreinwohnerInnen Bautzens und ihre Gäste aus vielen Teilen dieser Erde werden gemeinsam mit ihren Geschichten auf der Bühne zu stehen. 

Erste Premiere am 25.November 2021  um 19.30 Uhr am Deutsch – Sorbischen Volkstheater in Bautzen.

Nächste Vorstellung des Theaterfilms „Vor deinen Augen verbeuge ich mich“: 29. Oktober 2021 um 19.30 Uhr am Gerhart – Hauptmann Theater in Zittau. 11. November um 19.30 Uhr in der Kneipe „Treffpunkt“ in Hagenwerder (Ort, wo der Film gedreht wurde). 15. November am Thespis Zentrum in Bautzen.

Nach der Vorstellung wird ein Publikumsgespräch stattfinden, an dem Regisseur Georg Genoux und die Darsteller des Projektes teilnehmen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage des Gerhart – Hauptmann Theaters HIER

Gefördert von Fonds Soziokultur in Rahmen des Sonderförderungsprogramm “Neustart Kultur“.

Vor Deinen Augen verbeuge ich mich

Filmprojekt in Sachsen

Seit 2018 reist Georg Genoux mit seinem Projekt „Das Land, das ich nicht kenne“ durch Sachsen, macht Theaterprojekte, um selbst mit Menschen in Dialog zu kommen, oder es anderen zu ermöglichen, die sonst vielleicht nie miteinander reden würden bzw. ihre kostbaren Lebensgeschichten erzählen würden.


2021 wird Georg Genoux mit den Teilnehmern dieser Theaterprojekte den Film „Vor deinen Augen verbeuge ich mich“ über diese Erlebnisse drehen.


Uraufführung des Theaterfilms: 13 Juni 2021 um 19.30 am Deutsch – Sorbischen Volkstheater in Bautzen.

Ein Projekt von Agency for Safe Space, Sachsenreggae – Bürgerbühne, Deutsch – Sorbisches Volkstheater in Bautzen

Gefördert von Fonds Soziokultur in Rahmen des Sonderförderungsprogramm “Neustart Kultur“.


“In Sachsen lernte ich Menschen aus Syrien kennen, die versuchen sich hier ein neues Leben aufzubauen, aber ihnen schlägt der blanke Hass entgegen, sei es in der Schule, am Arbeitsplatz oder auf der Straße. 

Ich erlebe hier Menschen, die nach der Wende alles verloren hatten und sächsische Jugendliche, die sich heute als größte Opfer empfinden “Wir waren vor der Flüchtlingswelle Deutsche zweiter Klasse, jetzt sind wir, wo die alle herkommen nur noch Deutsche dritter Klasse.” Hass entsteht auf “die Eindringlinge”. Dabei übersehen viele, wie ähnlich doch ihre Erfahrungen von Verlust sind.


In hunderten von Gesprächen mit Ortseinwohnern und Migranten in Sachsen erlebte ich eine große Angst vor dem Anderen oder vor dem Andersdenkenden. Bei vielen verspürte ich Panik, wenn es darum geht sich in die Position des Anderen hineinzuversetzen. Erst in vielen behutsamen Versuchen, erlebte ich wie die Menschen durch Kunst Freude an der Position des anderen entwickeln können und dass so die Angst schwindet.


In diesem Filmprojekt geht es darum Brücken zwischen Menschen zu bauen, wo es normalerweise nicht möglich erscheint. Ich möchte in meinem Filmprojekt Menschen zusammenbringen, die sonst nie miteinander reden würden. Kein Geflüchteter würde sich freiwillig in die kleine Ortskneipe in Hagenwerder setzen. Kaum ein Bewohner von Cunewalde würde von sich aus einen Geflüchteten zu sich nach Hause zum Gespräch einladen. Es geht in dieser Geschichte darum Vorurteile abbauen, miteinander sprechen lernen und versuchen sich in die Lage des anderen zu versetzen.”

(Georg Genoux)

Projekt Mauer

Interdisziplinäre Film- und Theaterinstallation
von Georg Genoux und Anastasia Tarkhanova
9. – 18. Oktober 2020 auf dem Marktplatz in Zittau

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Weitere Informationen: Hier

Nächste Theatervorstellungen

18. Mai 2019 Premiere der zweiten Inszenierung von „Das Land, das ich nicht kenne“ im Rahmen des Festivals „Willkommen Anderswo IV“, organisiert vom Thespis Zentrum am Deutsch – Sorbischen Volkstheaters in Bautzen. 

21.Mai 2019 Neue Vorstellung der ersten Inszenierung des Projektes mit dem Titel „Gerechtigkeit für Sachsen“ im Rahmen des Festivals „Our Stage“, das von der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden organisiert wird.

 

„Längst ist Genoux in Hagenwerder kein Fremder mehr, eher ein Kuriosum. Die Leute können ihn nicht verorten: Mit seiner Freundin spricht er Russisch, er isst Hackbraten und trinkt Pfeffi wie ein Einheimischer. Genoux sagt: „Ich habe in Sachsen keine Rassisten getroffen. Ich habe nur Menschen getroffen, die Angst haben vor Fremden.“ Vor Fremden oder Fremdem? – „Beides.“ Viele hätten noch nie mit einem Geflüchteten geredet, glaubt er. „Man bekommt Hilfsbereitschaft nicht hin, indem man mit dem Finger auf Leute zeigt.“ Und hilfsbereit sind die Leute, darauf schwört er.“

So ein Drama – taz am Wochenende 21.10.2018. Sabine Seifert begleitete Georg Genoux fünf Monate lang bei der Verwirklichung seines Projekts.

Shooting at the refugee house

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I continue to teach German language at the refugee house in Bautzen. One day several children run out of the house. One little boy is clearly late to take the seat on the swing. He runs to figure the situation out. Another boy aims his water pistol at him and the little boy comes to the wall, turns his back and raises arms above the head as at real shooting.
I have seen not the children play, they have exactly repeated in physical memory what have once seen. 

Jeder schützt jeden

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Wieder treten die afrikanischen Jungs aus der Jugendwohngruppe in Zittau in mein Leben. Nicht nur, dass ich mich regelmäßig mit Alfa wegen unserer zukünftigen Premiere in Bautzen treffen, sondern auch mit Steffi Seurich, einer ihrer Betreuerinnen. Gestern erzählte sie mir eine Geschichte, die mir durch Mark und Bein ging.

Oft ist sie mit den Jungs Fußball spielen gegangen. D.h. sie schaut ihnen dabei zu. Einmal waren sie auf einem Fußballfeld, wie üblich mit 2 Toren. Es ergab sich dann so, dass der Fußballplatz quasi geteilt wurde. Also die deutsche Gruppe auf das eine Tor spielte und die afrikanische auf das andere. Keiner kam auch nur auf die Idee, dass man zusammen spielen könnte. Steffi versuchte mit ihren Jungs mal zu reden, ob diese nicht mal mit den Deutschen spielen möchten, diese winkten aber energisch ab.

Die deutschen Jungs schauten aber komisch auf Steffi und man sah ihnen an, dass sie nicht verstehen konnten, was diese deutsche Frau mit den afrikanischen Jungs zu tun haben könnte.

Als dann ein Ball der Deutschen zufällig zu Steffi flog, hielt sie ihn in den Händen und gab ihn den deutschen Jungs erstmal nicht wieder.

Spielt doch mal zusammen und nicht vereinzelnd!

Tatsächlich willigten beiden Seiten ein und nahmen das Spiel gegeneinander auf. Da die Afrikaner mehr waren, musste einer von ihnen bei den Deutschen spielen. Es wurde Fair gespielt.

Doch es herrschte eine Atmosphäre in der Luft, in der man ein Ei hätte kochen können. Sie spürte, wie angespannt und unwohl sich ihre Jungs fühlten.

Das Spiel ging ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse zu Ende. Ich wollte Steffi auch gar nicht fragen, wer gewonnen hatte, sondern sah ein Bild vor mir, dass fast alles beschreibt, was ich hier täglich erlebe.

 

Ein zweites Erlebnis hatte Steffi mit ihren und ein paar arabischen Jungs. Auch diese spielten getrennt voneinander Fußball auf dem Platz. Allerdings musste von den Jungs immer einer “Wache bei Steffi scheiben”, um sie nicht bei den Arabern allein sitzen zu lassen. Denn diese ließen sich  mehr und mehr um Steffi herum auf der Wiese nieder.

Die afrikanischen Jungs achten eh immer auf Steffi’s Aussehen, wenn sie gemeinsam Ausflüge machen. Der Rücken und der Hals darf nicht zu sehen sein.

An dem Tag entstand eine ungemütliche Atmosphäre um Steffi herum. Sie merkte, dass die anderen Jungs auf arabisch über sie sprechen. Schließlich kam Lamin, um bei Steffi Wache zu halten. Und sie merkte, wie nervös er wurde. Er hörte den Arabern zu und konnte sich keine ruhige Minute gönnen. Plötzlich faltete er verbal die Araber in deren Sprache messerscharf zusammen. Es herrschte danach absolute Stille. Lamin bat Steffi dann auf ihrem Fahrrad wegzufahren. Ein Araber fragte dann doch ganz erstaunt Lamin:

“Warum kannst du so gut arabisch”

“Ich habe 18 Monate in einem Flüchtlingscamp in Libyen gelebt”.

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